09.02.2016

Das Jahr der 200 Filme & mehr



Eine halbe Ewigkeit ist es her, dass ich hier etwas geschrieben habe ... traurig eigentlich, hat mir der Blog doch zu meinem kleinen Nebenjob als Filmkritiker der lokale Tageszeitung verholfen. Sei es drum: Es geht weiter!

Ich will mich mit dem ganzen persönlichen Quark in Zukunft etwas kürzer halten, also nur ein kurzes persönliches Update: Ich heiße tatsächlich immer noch Niklas, bin mittlerweile 18 Jahre alt, studiere Digital Film & VFX am SAE Institute Hamburg seit September 2015 und schreibe immer noch fleißig Kinokritiken. Nebenher bin ich mittlerweile in zwei Metal-Bands als Gitarrist "angestellt", den Rest meiner Freizeit widme ich meinem ausgewogen-wilden "ich bin 18 und mache was mir gefällt" Lebensstil.


Was wird in den nächsten Wochen und Monaten kommen?


Als allererstes habe ich vor, hier auf dem Blog eine mir selbst gestellte Herausforderung zu teilen: Ich will dieses Jahr (mindestens) 200 Filme schauen und zu jedem ein paar Sätze schreiben. Wie ich die Filme bewerte und so weiter werdet ihr sehen, wenn es soweit ist; die ersten paar Filme, die ich dieses Jahr bisher gesehen habe, werden natürlich als erstes hier "nachgeholt", danach wird die Frequenz der Posts sich meiner persönlichen Filmfrequenz anpassen.

Außerdem werde ich jeden Mittwoch eine Kinokritik, die ich für die Lübecker Nachrichten schreibe, hier, teilweise etwas ausführlicher, veröffentlichen. Diese ersetzt dann jeweils die vermeintlich anstehende "200-Filme"-Review, wird aber in sofern noch an den Blog angepasst, dass sie nicht aus dem Zusammenhang gerissen wird, wenn ihr versteht.

Zu Alben, Games oder ähnlichem wird vielleicht auch noch etwas kommen, wenn ich in der entsprechenden Laune bin. Ich habe außerdem die ImDb-Watchlist auf dem Blog aktualisiert und werde gegebenenfalls in den nächsten Tagen und Wochen der Seite noch einige weitere Gadgets hinzufügen. Ach richtig, ein Freund und Mitstudent von mir ist auch interessiert daran, etwas zu "Couchcast-Reviews" beizutragen - in seinem Falle aus einer etwas technischeren Sicht. Das soll es dann auch erstmal gewesen sein, in den nächsten Tagen wird es dann losgehen, seid gespannt! :-)

12.11.2014

Viel Spiel für wenig Geld: Shovel Knight



"Duck Tales: Remastered" war ein super Spiel! Ich denke, dass ich mit der Meinung nicht allein bin und ich ebenfalls nicht der einzige war, der sofort Hunger auf mehr Indie Jump'n'Runs bekommen hat. WayForward haben mit dem Remake einem meiner Lieblings Retro-Platformer zu einem prächtigen Comeback verholfen. Ein Director der Spieleschmiede, Sean Velasco, gründete bereits im Jahr 2011 seine eigene Firma "Yacht Club Games", deren erstes Spiel vor kurzem, am 8. Oktober 2014 das Licht der Welt auf Steam  und am 6. November auf Wii U und 3DS erblickte: "Shovel Knight"!




Wie schon der Trailer und meine Andeutungen auf eine gewisse Vorliebe für Retro-Platformer haben vermuten lassen, handelt es sich bei "Shovel Knight" um genau das: Man springt von Level zu Level zu Level, erkundet Höhlen, Schlösser, Schiffswracks, bezwingt Ritter, Golems, Drachen und sammelt vor allen Dingen eine Menge Waffen, Schätze und geheimnisvolle Schriftrollen. So weit, so Standard. Yacht Club Games hatten nicht als erste die Idee, die "guten alten Zeiten" wieder aufleben zu lassen. Auch andere Indie-Games wie "La Mulana" oder Cave Story hatten denselben Anspruch. Ein Glück war die Kickstarter Kampagne des Projektes trotzdem sehr erfolgreich, es wurden über 300.000 Dollar gefundet. Eine Frage stellt sich bei dem ganzen gequatsche natürlich: "Warum zum Glück? Was macht "Shovel Knight" denn so gut? Alles!


"Duck Tales" ohne Dagobert Duck und Disney-Charme?


Die Story werde ich an dieser Stelle nur ganz kurz ansprechen, da sie wirklich nicht im Fokus des Spiels liegt. Der Schaufel-schwingende Protagonist ist auf der Suche nach seinem verschollenen Kumpanen "Shield Knight" und muss sich auf seinem Weg den bösen acht Mitgliedern des "Order of no Quarter" stellen. Nicht besonders ausgefeilt, das hätte "Shovel Knight" aber auch gar nicht benötigt. Erwähnenswert sind allerdings noch die teils wirklich witzigen und stets interessant geschriebenen Dialoge mit den ebenfalls toll gestalteten, oft sehr bizarren Charakteren, denen man auf seiner Reise begegnet.
"Shovel Knight" ist eines dieser Spiele, die allein durch Gameplay, was ich als den wichtigsten Aspekt eines Spiels neben der Story ansehe, Spaß macht und auf lange Zeit fesselt. Es fühlt sich wie eine Mischung aus Dark Souls, Castlevania, Duck Tales und Super Mario Spielen an, entleiht jedem dieser großartigen Spiele gekonnt Elemente. "Shovel Knight" hat eine fordernde Lernkurve und gerade die Bosse sind teilweise extrem schwer und erfordern oft mehrere Anläufe. Mit dem Goldsammeln ist ein System in das Spiel integriert, das dem Seelenjagen aus der Souls Reihe fast gleicht und sehr motivierend ist. Anstatt eines Krückstocks benutzt der Ritter seine Schaufel, um wie auf einem Pogo-Stick durch die Level zu hüpfen, was unglaublich spaßig ist. Die Oberweltkarte scheint stark an die jüngster Super Mario Games angelehnt zu sein: Man reist linear von einem Ort zum nächsten, trifft auf, sich über die Map bewegende Zwischenbosse und sogar Röhren, die zum vorankommen auf der Karte benötigt werden, sind vorhanden.


8-Bit Grafk, die die Augen schmelzen lässt.


Auch technisch ist "Shovel Knight" durchaus gelungen, wie die Zwischenüberschrift schon subtil vermuten lässt. Viele Details, ein, teilweise lustiges und oft auch an andere Klassiker angelehntes Monsterdesign und Endbosse und Charaktere, die direkt aus Castlevania stammen könnten. Das Gesamtprodukt wirkt unglaublich stimmig und rund, man fühlt sich trotz all der Gefahren richtig wohl in der Welt des Spatenvirtuosen! Ohne ein letztes Feature, was ich noch erwähnen will, wäre wohl aber die ganze wohlige Atmosphäre zunichte gemacht: Den Soundtrack! Eigentlich bin ich kein zu großer Fan von "Chiptune-Mukke", wurde hier aber restlos begeistert. Neben dem Hauptkomponist, Jake Kaufman, hat auch Manami Matsumae, seines Zeichens Mega Man Komponist, ein paar Tracks dazugesteuert, und das hört man! Sich nah am Niveau des ikonischen Mega Man 2 Soundtracks bewegend, geht jeder Titel sofort ins Ohr und bleibt dort auch erstmal. Grandios und super atmosphärisch!
Insgesamt bin ich mit "Shovel Knight" mehr als zufrieden und werde mich wohl noch lange mit dem Spiel beschäftigen. Ich möchte den "Action-Platformer" jedem ans Herz legen, den sowohl schwere Jump'n'Runs alter Schule, als auch Spiele wie "La Mulana" oder "Castlevania" begeistern und mal ganz ehrlich, 15 Tacken für so einen Haufen puren Spaß? Wer da nein sagt, sollte sich lieber schleunigst ... Fazit!


Fazit:


As good as it gets: "Shovel Knight" ist ein Indie-Retro-Platformer in Perfektion, der trotz simpler Grafik und seines simplen Gameplay begeistert, fesselt und eine Menge Nostalgie versprüht!

13.10.2014

Review: The Equalizer



Bei dem Wort "Equalizer" denken die meisten Menschen an Musik. Es handelt sich um eine Art Filter, mit der Tonfrequenzen Entzerrt werden. Warum Antoine Fuquas Actionfilm nun diesen Filter als Titel hat, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass Denzel Washington hier nichts mit Musik am Hut hat.




In "The Equalizer" von Antoine Fuqua geht es rau her: Robert "Bob" McCall (Denzel Washington) ist ein Mann, der glaubt, seine Vergangenheit vollständig begraben zu haben. Er Arbeitet Vollzeit in einem Möbelhaus und ist ein stets freundlicher, wenn auch sehr in sich gekehrter Zeitgenosse. Als jedoch die kleine Teri (Chloe Grace Moretz) , eine nächtliche Bekanntschaft McCalls, krankenhausreif geschlagen wird, holt ihn seine Vergangenheit ein: Ein blutiger Rachefeldzug beginnt. 

"Blutig", ein Wort, dass ich vor meiner Sichtung wohl kaum mit "The Equalizer" in Verbindung gebracht hätte. Interessiert war ich vor allem an Denzel Washington als Actionheld, doch solch Brutalität und Konsequenz, wie sie der Film beinhaltet, hatte ich bei weitem nicht erwartet. Der Anfang zieht sich zunächst ein wenig. Die Charaktere werden vorgestellt und eine ganze Weile gibt es mehr Alltag als Gewalt und Action zu sehen. Doch ab einer Schlüsselszene des Films, ungefähr bei Ende des ersten Drittels, fokussiert sich alles auf Robert McCall und seine geheimen Talente im Umgang mit Waffen und seiner Umgebung.


Rache und sehr viel Blut


Es werden Korkenzieher durch Kiefer gestochen, Köpfe "durchsäbelt" und sehr viele Patronen verschossen. Ich bin kein Fan von sinnloser, überzogener Gewaltdarstellung, die nur Mittel zum Zweck ist, doch hier passt alles wie die Faust aufs Auge. Denn wenn derart grausame Tötungen mit den unterschiedlichsten Waffen stattfinden und vor allem der Hauptcharakter cool, eiskalt und unberechenbar erscheinen soll, ist es meiner Meinung nach ein legitimes Mittel, nicht an rotem Saft zu sparen. 

So... jetzt habe ich zwei Absätze nur über die Gewaltdarstellung in "The Equalizer" geschwafelt, was hat der Film denn sonst noch zu bieten, was macht er gut oder schlecht? Im Endeffekt bleibt alles beim alten: Actionheld-Typische One-Liner, schnelle Schnitte und Coolness bis der Arzt kommt. Antoine Fuqua hat einen sehr runden Film geschaffen, der vielen Actionfans gefallen dürfte. Auch die etwas düstere Optik und der, in genau den richtigen Momenten aufkommende Soundtrack, verleihen dem Streifen die richtige Würze. Ich will gar nicht viel mehr zu "The Equalizer" sagen, mein Fazit sollte recht eindeutig sein:


Fazit:


"The Equalizer" macht nichts falsch und ist ein kompetent gemachter, spannender, blutiger Actionfilm, der aber aufgrund mangelnder Innovation nicht aus der Masse heraussticht.





21.04.2014

Review: The Lego Movie



Wie bei vielen anderen Menschen verschiedenster Generationen gab es in meiner Kindheit nur ein Spielzeug, welches mich dauerhaft beschäftigen und immer wieder faszinieren konnte: Lego. Schon als kleiner Bub bastelte ich Raumschiffe, Hochhäuser und Rennautos aus den kleinen Steinchen zusammen, ein Weg, seiner Kreativität komplett freien Lauf zu lassen. Doch nun sind wir in einer neuen "Ära" angekommen. Mit Computerspielen wie "Minecraft" haben Kinder schon sehr früh Kontakt und auf die Faszination von Lego scheinen die Jünglinge nicht mehr so sehr anzuspringen. Trotzdem wagten es Phil Lord und Christopher Miller den Spielzeugmännchen leben einzuhauchen. Seit ca. zwei Wochen läuft der Lego Film nun in den deutschen Kinos und ich werde euch erklären, warum dieser Streifen ein absolutes Muss ist!




„Der Lego Film“ handelt von Emmet, einem vollkommen normalen Bauarbeiter in Lego-City. Er sei kein besonders interessanter Zeitgenosse, behaupten Kollegen und Nachbarn des eigentlich recht fröhlichen Arbeiters. Doch als er eines Tages durch Zufall das „Stück des Widerstands“ findet und in den Kampf zwischen dem bösen Lord Business und den Meister-Bauern geworfen wird, soll sich sein Leben von jetzt auf gleich ändern! Ich habe den Film mit deutscher Lokalisation gesehen, kann daher nichts zu den Originalsprechern sagen.

Mit welcher Erwartung soll man sich einen Film anschauen, der einzig und allein auf einem Spielzeug basiert? Der Film scheint ein simpler Kinderfilm zu sein, der typische Klischees abfeiert und Werbung für die Lego-Sets machen soll. Aber falsch gedacht, keines aber wirklich kein einziges dieser Vorurteile trifft zu! Von der ersten Minute an war mir klar, dass dieser Film ein ganz besonderer ist. Alles wirkte so nah, berührbar und echt, als hätte man selber die Welt und die Figuren als Kind gebaut. Auch die Geschichte versprüht einen unglaublichen Charme und löst Nostalgiegefühle aus. Emmet und alle seine Freunde scheinen direkt der Fantasie eines kreativen Jungen entsprungen, was zum Ende hin eine große Rolle spielt, und Lego-City scheint von Hand gebaut zu sein. Ich habe mich teilweise sogar gefragt, ob ich wirklich einen Animationsfilm oder doch einen Stop-Motion-Film sehe. Was die Optik anbelangt lässt sich also sagen, dass der Film nicht nur erste Klasse ist, sondern meiner Meinung nach auch die Pixar Kollegen von Toy-Story im Schatten stehen lässt. Ein wahrer Augenschmaus!


Ein bunter Haufen Lego-Steine


Die Geschichte ist, wie schon erwähnt, eine tolle Kindergeschichte. Bösewichte wirken tollpatschig und lustig, der Held ist ein smarter Typ und seine Kameraden, die "Meister-Bauer" ein Haufen cooler Figuren. Zunächst mag man verwirrt sein, sei es die Farbenvielfalt oder die anfänglich komplett verwirrende Geschichte. Doch nach einiger Zeit öffnet sich die Geschichte und ergibt auf herrliche Art und Weise einen Sinn. Die Kinder, die den Film schauten, als ich im Kino war, waren schlichtweg begeistert. Es wurde gejohlt, als Batman die Bildfläche betrat, beim Gastauftritt eines gewissen intergalaktischen Kopfgeldjägers gab es kein halten mehr. Für Kinder und jüngere Fans von Lego also wie erwartet ein gelungener Film. 

Hier wäre normalerweise Schluss. Ein toller Kinderfilm, 8 von 10 Punkten, schnell wieder vergessen. Doch was erklärt eine 9.6 Wertung auf Rottentomatoes und ein Einzug in die Liste der 250 besten Filme aller Zeiten auf IMDb? Der Film ist tiefgründiger, als man denkt und hat quasi eine zweite Ebene. Denn auch was über der Welt der Lego-Männchen steht wird thematisiert: Der Erbauer. Er allein bestimmt den Verlauf der Geschichte. So wird Lego City gegen Ende des Films verlassen und im Mittelpunkt steht der kleine Junge, dem die ganze Geschichte zu verdanken ist. Es ist quasi ein "Twist", der der Story einen Sinn verleiht und das Handeln jedes Charakters, sowie die "Werkzeuge des Bösen" erklärt (Ich will nicht zu viel verraten, schaut den Film, dann wisst ihr, was ich meine.) 


Ein tiefgründiger Kinderfilm


Durch diese Wendung und das komplette letzte Drittel wird die Aussage des Films sehr deutlich: Jeder kann solch ein Abenteuer wie das von Emmet und seinen Kameraden erleben. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, der Erbauer allein hat die Macht, selber eine solche Geschichte zu spielen. Es wird sogar eine Art "Anti-Werbung" gemacht, indem dazu aufgerufen wird Anleitungen zur Seite zu legen und Eigenkreationen zu gestalten. Der Film ruft nicht zur Nachahmung auf, sondern ist ein Appell an die Kreativität die man ausleben und den Spaß, den man als Kind haben soll. Auch die Eltern sollen alle Laster ablegen und einfach für einen Moment Spaß haben können, da Spaß einer der wichtigsten Dinge im Leben ist. 

Ohne mich zu schämen gebe ich zu, dass ich sogar den Tränen nah war. "Der Lego Film" steckt voller Charme, Wärme und Spaß, erinnert an die Kindheit und zeigt, dass man auch die sehr kleinen Dinge schätzen und nutzen soll, da ihnen eine Menge Freude zu verdanken ist. Es ist faszinierend und toll, wie viel Liebe und Leidenschaft in der Verfilmung steckt und mit welch einer Leichtigkeit der Film jung und alt begeistert. Ich bin mehr als zufrieden und meine Erwartungen wurden meilenweit übertroffen! Das mag aber auch daran liegen, dass ich ein absolutes "Lego-Kind" war, wer nichts mit dem Spielzeug anfangen kann oder konnte, sollte sich dem Film mit Vorsicht nähern.


Fazit:


Für mich ist der Streifen ein absolut hochklassiger, einzigartiger, tiefgründiger und trotzdem simpler Animationsfilm, der sich auf einer Stufe mit "Toy-Story" befindet und nicht nur für Kinder interessant ist.